LOCOMOTION

Neue Musik · Elektronische Musik · Theater

LOCO
MOTION

Keine Zeit der Stille.
Loks erzählen europäische Geschichte(n).

Siebzehn historische Lokomotiven aus ganz Europa, eine 24-Kanal-Komposition und das Rundhaus von 1906: eine Zeitreise von der Industriellen Revolution bis in die Gegenwart. Nicht dokumentarisch, sondern hörbar.

Rundhaus Europa · 17 Gleise · 1 Drehscheibe
Premiere
8. Mai 2027Rundhaus Europa, Bahnpark Augsburg
Vorstellungen
10je 75 Minuten
Klang
24 Kanäleeine Stimme pro Lautsprecher
Akteure
17 Loksvon Schweden bis Sizilien

01 · Zeitreise

Bitte einsteigen.

Alte Loks aus vielen Ländern erzählen ihre Geschichten: von Krieg und Frieden, vom Orient-Express, von Salonzügen der Kaiser, Könige und Diktatoren. Von Urlaubsfahrten nach „Bella Italia“, vom Kalten Krieg und geheimen Lokomotiven. Von Mauerbau und Wiedervereinigung, vom Fall des „Eisernen Vorhangs“ und vom Glück der Reisefreiheit in einem vereinten Europa. Siebzehn Stationen, quer durch Europa, von Schweden bis Sizilien, von Frankreich bis Slowenien.

EpocheStationWas zu hören ist
1840–1880Industrielle RevolutionDampf, Kohle, Schmiedeschläge, Fabriksirenen. Erste Strecken verbinden europäische Städte.
1883–1977Orient-ExpressKlavier, Kristallgläser, leise Gespräche. Luxus und Verbindung zwischen West und Ost.
1914–1918Erster WeltkriegMarschschritte, Abschiedspfiffe. Züge bringen Soldaten an die Front.
1933–1945DeportationszügeSchweigen, dann Gedenkmusik. Das dunkelste Kapitel: Züge als Werkzeug der Verfolgung.
1950–1969Bella ItaliaKoffer, Stimmen, Sommer. Wirtschaftswunder, Urlaub, Wohlstand.
1961–1989Eiserner VorhangKontrollen, Funk, Stillstand an der Grenze. Kalter Krieg und geheime Lokomotiven.
1989–heuteVereintes EuropaHochgeschwindigkeits-Summen, mehrsprachige Durchsagen. Reisefreiheit ohne Grenzen.

Auswahl aus 17 Stationen. Jede Station erhält eine eigene Komposition von sechs Minuten: Neue Musik, elektronisch oder akustisch.

02 · Klang

Hören, was man nicht sieht.

Die Lokomotiven stehen still. Die Musik bewegt sich. Eine 24-Kanal-Installation gibt jeder Lok eine eigene Stimme. Die Stimmen setzen gemeinsam ein, wechseln sich ab, antworten einander: ein Ensemble aus Lautsprechern. Ein 360°-Rundgang erweitert den Raum ins Virtuelle.

24 CH · 48 kHz

24 diskrete Kanäle, 48 kHz, kreisförmige Lautsprecheranordnung mit rund 20 Metern Durchmesser.

Der Bezug

1923 schrieb Arthur Honegger Pacific 231: kein Zug als Programm, sondern Kraft, Beschleunigung und Masse als musikalische Form. Das Stück wurde am 8. Mai 1924 in Paris uraufgeführt. Die Premiere von LOCOMOTION am 8. Mai 2027 greift dieses Datum auf.

Der 8. Mai ist zugleich der Tag der Befreiung 1945. Mobilität, Freiheit und europäische Verbindung liegen an diesem Tag übereinander.

Die Form

LOCOMOTION überträgt Honeggers Prinzip auf 17 europäische Geschichten: Neue Musik, elektronisch oder akustisch, komponiert für 24 Einzelstimmen im Raum. Live-Musik, Schauspiel und Licht ergänzen die Installation zu einer 75-minütigen Inszenierung.

Keine Zeit der Stille.

03 · Internationale Ausschreibung

Komponieren für 17 Lokomotiven.

Komponistinnen und Komponisten, Musikerinnen, Produzenten und Klangkünstler sind eingeladen, Stücke für die Zeitreise einzureichen. Chor, Instrumente, Elektronik, Feldaufnahmen: alles ist denkbar, solange es sich auf 24 Einzelstimmen verteilen lässt. Aus den Einreichungen werden zehn Stücke für die Abendinszenierung ausgewählt. Drei davon führen zu Auftragswerken für ein Folgeprojekt im Bahnpark.

Dauer6 Minuten pro Stück, wie Honeggers Pacific 231
Formatbis zu 24 diskrete Audiospuren, 48 kHz; Einspielung zulässig
Besetzungfrei: Chor, Instrumental, elektronisch, hybrid
AusschreibungJanuar 2027
Abgabe1. April 2027
Preisgelder1.500 €
Auswahl10 Stücke für die Inszenierung, 3 Auftragswerke für das Folgeprojekt
Kooperationmit Musikhochschulen (Partner in Abstimmung)

Die vollständigen Ausschreibungsbedingungen erscheinen im Januar 2027 an dieser Stelle.

04 · Ort

Das Rundhaus.

Das denkmalgeschützte Rundhaus des Bahnpark Augsburg stammt aus dem Jahr 1906. Siebzehn radiale Gleise laufen auf eine Drehscheibe zu. Auf ihnen stehen Lokomotiven aus ganz Europa, Teil der Dauerausstellung „Zeitreise“. Die Architektur gibt die Dramaturgie vor: Das Publikum bewegt sich zwischen den Loks, die Komposition bewegt sich zwischen den Lautsprechern.

LOCOMOTION macht das Industriedenkmal erstmals zur Theaterbühne. Die Technik bleibt im Haus und steht für weitere Formate bereit: Konzerte, Lesungen, Kompositionspreise. Das Projekt ist Modell dafür, wie Industriedenkmäler als Kulturorte arbeiten können.

Adresse
Bahnpark Augsburg · Firnhaberstraße 22c · 86159 Augsburg

Die Stelzer – Theater auf Stelzen Kulturfonds Bayern dieKunstBauStelle e. V.

Träger

Theater Die Stelzer

Mandl & Hauck eGbR, Landsberg am Lech. 30 Jahre internationale Theaterarbeit. Künstlerische Leitung: Wolfgang Hauck.

Partner

Bahnpark Augsburg gGmbH

Spielort, Dauerausstellung „Zeitreise“, 360°-Rundgang.

dieKunstBauStelle e. V.
begleitet das Projekt in Produktion und Vermittlung.

Förderung

Kulturfonds Bayern

Gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst aus Mitteln des Kulturfonds Bayern, Bereich Kunst.

Kontakt
info@diestelzer.de